Nachdem in letzter Zeit sehr vieles passiert ist, möchten wir auch hier auf das Thema „Corona-Krise“ eingehen und was dies für uns als Anleger bedeutet:

Welche Risiken und vor allem welche Chancen haben wir in dieser Krise?

 

Betrachten wir doch hierbei die Krisen der letzten Jahre:

2008: Immobilienkrise

2002: .com-Krise

1979: Ölkrise

Jede Krise hatte ihre ganz eigenen Probleme.

Bei der Dotcom-Krise war das Internet Jahre zuvor geboren und viele IT-Unternehmen waren völlig überbewertet. In der Krise 2008 wurden in den USA Kredite an Personen vermittelt, die sich diesen nicht leisten konnten. Zum Nachteil vom Rest der Welt war in dieser Hinsicht, dass diese Kredite in Form von Wertpapieren, Schuldverschreibungen etc. an Banken in der EU verkauft wurden und diese Länder nun mit in der „Krise“ gefangen waren.

 

Egal welche Krise wir also betrachten, jede hatte Ihre eigenen Ursachen. Daher macht es nur bedingt Sinn, die Krisen im Detail zu vergleichen. Viel interessanter ist doch, WELCHE Gemeinsamkeiten hat jede Krise?

In jeder Krise gab es zuvor ca. 10 Jahre in denen es stetig bergauf ging. Auch hier ist ein Muster zu erkennen: Im Durchschnitt gibt es alle 10 Jahre nämlich einen Abschwung in der Wirtschaft. Ein Großteil denkt bei einem Abschwung häufig an „jetzt geht die Wirtschaft vor die Hunde“ und „alles geht auf null“. Teilweise auch Gedanken wie „jetzt ist es soweit. Jetzt bricht alles zusammen“.

 

Diese Gedanken sind durchaus berechtigt, weil Fakt ist: Niemand kann voraussagen, wohin wir uns bewegen und niemand hat eine Glaskugel, um in die Zukunft schauen zu können. Hierbei berufen wir uns wiederum auf historische Daten und Studien. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die gesamte Wirtschaft gegen null geht und was würde das bedeuten?

 

Kleiner Exkurs – Stellen wir uns also gemeinsam den Wort-Case-Fall vor:

Das würde bedeuten:

  • Apple, Microsoft, Facebook, Nestle, Unilever, Google, VW, Daimler, Toyota, SAP, Bayer, Novartis, McDonalds, Adidas, Boeing, um nur einige der größten Unternehmen zu nennen, wären bankrott
  • Wenn alle großen Unternehmen nicht mehr existieren, wird es auch die kleineren Mittelständler wohl nicht mehr geben, da diese im Regelfall in großer Abhängigkeit zu den großen Unternehmen stehen
  • Banken würden tendenziell auch nicht mehr bestehen – an welche Unternehmen sollen Sie denn Kredite vergeben und an welche Privatpersonen, wenn diese keine Arbeitsstelle mehr haben?

Die daraus abgeleiteten Folgen wären schwerwiegend und wie das aussehen könnte, kann man sich wohl kaum ausmalen. Falls das je eintreten sollte, bin ich der Meinung haben wir weniger Sorgen um unser Geld, sondern mehr um unser Überleben, weil (bürger-)kriegsähnliche Zustände herrschen werden

 

Kommen wir also zurück zu unserem ursprünglichen Gedanken und betrachten vergangene Krisen.

Hierbei habe ich als kleines Beispiel von vielen den DAX (=Deutscher Aktienindex, dieser bildet einen Durchschnittskurs aus den 30 größten Unternehmen Deutschlands ab) als Beispiel aufgeführt in Form des „Dax-Rendite-Dreieck“.

Kurze Erläuterung:

Auf der Y-Achse (Vertikalen) sehen wir die Jahre in denen wir den DAX gekauft hätten. Bspw. mit einer Anlage von 10.000 €.

Auf der X-Achse (Horizontalen) sehen wir die Jahre in denen wir verkauft hätten.

Abgebildet sind hier die Jahre von 1968 bis 2018.

Bei einem Anlagezeitraum ab 12 Jahren machen wir keinerlei Verluste mehr. Egal welche Krise auch war, der schlechteste Wert liegt bei 0,7% (Kauf: 1999, Verkauf: 2012)

Weitere „worst-case“ Werte:

bei 20 Jahren: 4,4% (Kauf: 1997, Verkauf im Jahr 2018)

ab 30 Jahren: 6,1% (Kauf: 1986, Verkauf: 2018)

ab 40 Jahren: 6,7 % (Kauf: 1969, Verkauf: 2011)

 

Die besten Werte waren:

bei 20 Jahren: 14% (Kauf: 1979, Verkauf: 2000)

ab 30 Jahren: 10,6% (Kauf: 1975, Verkauf: 2007)

ab 40 Jahren: 9,2 % (Kauf: 1974, Verkauf: 2015)

 

Wir können hier erkennen, dass es keinerlei Muster gibt, wann die „besten“ bzw „schlechtesten“ Jahre gibt. Des Weiteren wissen wir nicht wann der beste Zeitpunkt zum einsteigen ist. Den kann niemand vorhersagen – auch keine aktiv gemanagten Fonds. (Daher hier die klare Empfehlung für ETF´s (=passive Fonds). Diese sind kostengünstig und schlagen in 80% der Fälle einen aktiv gemanagten Fonds. Nur in bestimmten Sparten schlagen gemanagte Fonds, passive Fonds.)

Was wir aber wissen ist, dass wir nach nicht einmal 12 Jahren keinerlei Verluste haben. Nach 30 Jahre sogar mindestens 6,1%, nach 40 jahren sogar MINDESTENS 6,7 %.

 

FAZIT

Betrachtet man die Historie und Wertpapieraufzeichnungen, so gibt es keinen Zweifel daran, dass wir bei einer langfristigen Anlage (Anlagezeitraum >12 Jahre) keinerlei Verluste mehr haben. Dabei ist es irrelevant ob ich den DAX oder den MSCI World, der die Weltwirtschaft abbildet, betrachte. Letztlich muss man sich immer vor Augen führen: Wo standen denn Apple, Facebook, VW, Daimler, Bayer & Co. vor 20-40 Jahre und wo stehen Sie jetzt?

Daimler hatte 1980 182.392 Mitarbeiter. Im Jahr 2020 hat Daimler 300.068 Mitarbeiter.

Stellt sich nur noch die Frage: Willst du am Gewinn vom Daimler & Co teilhaben oder nicht?