Häufig kommt die Frage auf „Wann soll ich in Fonds investieren?“ oder „Soll ich lieber noch ein paar Wochen warten, bis der Tiefpunkt eingetreten ist?“

Diese und viele andere Fragen ranken sich um das Thema ETFs und Fonds im Allgemeinen. Grundsätzlich gibt es verschiedene Faktoren, die man beachten sollte. Der Hauptfokus ist aber immer abhängig vom Ziel, das hinter dem „Fondsinvestment“ steht. 

Ziele gibt es zig verschiedene, um hier nur das ein oder andere aufzuzählen:

  • Ich habe Geld übrig und möchte des gewinnbringender als auf dem Sparbuch anlegen. 
  • Ich möchte das Geld für meine Immobilie verwenden – benötige es aber erst in frühestens 5 Jahren.
  • Ich möchte möglichst viel Rendite machen. Falls das Geld kurzfristig an Wert verliert, wäre das nicht weiter schlimm, damit kann ich umgehen.

Du merkst, es gibt viele Ziele. Entscheidend ist hier für dich: Wie lange möchtest du das Geld anlegen? Und noch viel wichtiger in dem Zusammenhang: Wann benötigst du SPÄTESTENS das Geld?

Diese beiden Fragen sind entscheidend bei der Geldanlage. Wenn du spätestens in 5 Jahren dein Geld wieder benötigst, dann ist eine defensivere Geldanlage die cleverste Variante. Hierbei sollte man weniger auf Aktienfonds setzen, denn diese können unter Umständen nach 5 Jahren gerade in einem Tiefpunkt sein. Würde für dich bedeuten: Deine Anlage von bpw. 1.000 € ist, genau dann, wenn du das Geld benötigst, nur noch 700 € wert. Als Beispiel dazu haben wir den Blogbeitrag erstellt, der auf Schwankungen von Indizes bzw ETFs eingeht in den ersten 10 Jahren Anlagehorizont. 

Der Unterschied zwischen kurze-, mittlere- und lange Frist

Im oberen Beispiel haben wir erläutert, was bei kurz- bis mittelfristigen Laufzeiten zu beachten ist. Wichtig an der Stelle: Je kürzer die Laufzeit, desto defensiver sollte man sein Portfolio auslegen, damit man im Zeitpunkt bei dem man sein Geld herausnehmen möchte, keine Verluste erleidet. . Je länger die Laufzeit, desto mehr Aktienfonds kann man ins Portfolio packen.

Kommen wir auf die Frage zurück „Wann ist der beste Zeitpunkt, um zu investieren?“

Betrachten wir die Einmalanlage, in Form von Stockpicking, Trading, etc. dann ist der Zeitpunkt zu dem du investierst von großer Relevanz. Diese Art des Vermögensaufbaus setzt aber voraus, dass man sich täglich über die Märkte informiert, täglich in seine Kursverläufe schaut und Chartanalyse, Bilanzkennzahlen und ähnliches dazu verwendet, um in wenigen Tagen und Monaten, viel Gewinn und Rendite zu erwirtschaften. 

Mit genau diesen Dingen werden Aktien, Fonds und Wertpapiere assoziiert und in Verbindung gebracht. Das Schöne ist aber, es geht viel einfacher und OHNE dass du jeden Tag nach deinen Wertpapieren schauen musst. 

Wenn man langfristig anlegt, ist es nicht nötig, ständig an- und zu verkaufen. Wissenschaftliche Studien haben mehrfach belegt, dass bei einer langfristigen Anlage (>15 Jahre), man keine Verluste mehr erleidet. Zumindest war das in den letzten 200 Jahren der Fall. Es sei hier erwähnt, dass natürlich niemand eine Glaskugel vor sich hat und vorhersagen kann, dass das auch weiterhin zutrifft. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies in Zukunft auch so ähnlich verlaufen wird, ist aber doch recht groß.

Kommen wir also auf die Fragen zurück und beantworten Sie in Bezug auf die langfristige Anlage. 

Bei der langfristigen Anlage ist der beste Zeitpunkt, um zu investieren sofort, unverzüglich oder wie es im Englischen so schön heißt „as soon as possible“. Warum? Der Zinseszinseffekt, bei einer monatliche Geldanlage, bringt dir am meisten Rendite, wenn du einen lange Anlagehorizont hast – unabhängig davon, wann du investierst. Selbst wenn du nochmal wartest, um einen guten „Tiefpunkt“ zu finden, wirst du am Ende weniger Kapital haben. Das hat zum einen damit zu tun, dass du JEDEN Monat einen Betrag investierst und der Cost-Average-Effekt eintritt und zum anderen mit der goldenen Vermögensformal zu tun: Vermögen = Zeit * Geld.

Betrachten wir das anhand eines einfachen Beispiels. Du investierst jeden Monat 250 € in ein breites und weltweit gestreutes ETF-Portfolio, das steueroptimiert ist. Dann hättest du nach 35 Jahren ca. 345.170 € an Kapital erwirtschaftet.

Fängst du nun 3 Jahre später an zu sparen, dann hättest du gerade einmal 281.530 € an Kapital.

Bedeutet, dass du in den 3 Jahren über 63.640 € verloren hättest. Das sind pro Jahr 21.213 € und 1.767 € PRO MONAT.

Fazit zu Fonds als Anlage

Du musst bei deiner Anlage ganz klar unterscheiden: Wie lange möchtest du dein Geld anlegen und wann brauchst du das Geld spätestens wieder. Ein weiterer Aspekt, den man ebenfalls beachten sollte, ist die Flexibilität. Wenn die Geldanlage, wie eine Art „erweiterter Notgroschen“ oder „Liquiditätsreserve“ ist, für die Autoreparatur, den Urlaub oder weitere Anschaffungen, dann solltest du auf jeden Fall einen Teil deines Portfolios defensiv anlegen, der für solche Themen verwendet werden kann.

Alles in allem, lässt sich festhalten, dass es immer besser ist, je früher man mit dem sparen und investieren beginnt. Der Zinseszinseffekt ist unser größter Freund, wenn wir viel Zeit haben zu investieren und das sollte man im Hinterkopf behalten.